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«Wir konnten uns frei bewegen. Es war ein Stück Erholung!» − Bewegungspädagogin HWS, 23.08.2022

HWS

Die Schule für Gesundheit und Bewegung

Basel, Bern, Online, St. Gallen, Zug, Zürich

Katrin Rufer, erfolgreiche Absolventin der Ausbildung zur Bewegungspädagogin Level 3 BGB, berichtet über ihre Zeit und ihre Erfahrungen während und nach dem Studium an der HWS.

Katrin, wann hast du deine Ausbildung abgeschlossen?

«Das ist schon ewig her, im Jahr 1998.»

An welche drei Dinge erinnerst du dich, wenn du an dein Studium Bewegungspädagogik Level 3 BGB an der HWS zurückdenkst?

«Mich auf drei Dinge zu reduzieren, ist schwierig, denn mir fielen mehr als drei Erinnerungen ein (lächelt). Am besten erinnere ich mich das Fach Bewegungsimprovisation mit Ursula Keller Imhof, Bereichsleiterin Bewegung und Gesundheit an der HWS. Es war eines der Fächer mit sehr wenig Vorgaben, indem wir uns frei bewegen und improvisieren konnten. Wir alle hatten uns immer so auf den Morgen gefreut und wussten, dass Ursula die Zeit mit uns genoss.

Auch die Zugfahrt habe ich noch in Erinnerung. Ich pendelte täglich mit ein paar anderen Mitstudierenden mit dem Zug nach Basel. Wir hatten zusammen gelernt, haben alle Fächer durchgekaut und miteinander geschwatzt. Wir fielen mit unserem bunten und teils grossen Equipment so auf, sodass wir uns im Zug schlichtweg nicht verfehlen konnten.

Und eines hatte uns alle damals begleitet (Katrin lacht): Wir konnten uns irgendwann alle nicht mehr im Spiegel ansehen! Niemand wollte mehr zuvorderst in der Reihe stehen und sich im Spiegel betrachten. Es gehörte selbstverständlich zum Studium, aber nach drei intensiven Jahren war ich froh, wenn ich meine Bewegungen nicht mehr so genau im Spiegel analysieren musste.»

Es braucht Eigeninitiative!

Hattest du bereits vor Beginn der Ausbildung eine berufliche Vorstellung? Und wenn ja, welcher Beruf war es?

«Ja, das hatte ich. Ich hatte von Anfang an einen bewussten Weg eingeschlagen. Mein Berufswunsch war es Sportmasseurin zu werden. Da es keine direkte Ausbildung gab, musste ich zuerst ein klassisches Diplom in Massage absolvieren. Die Ausbildung zur Bewegungspädagogin war eine gute Ausgangslage, besonders der Kurs Anatomie, um mich dann als Sportmasseurin weiterzubilden. Jedoch verschwand dieser Berufswunsch während der Ausbildungszeit.»

Was machst du heute? Beschreibe uns deinen Berufsalltag.

«Ich arbeite seit 15 Jahren als Fachfrau Betreuung (FaBe) in einer Tagesstätte mit jungen beeinträchtigten Menschen. Ich habe nebst dem Lehrauftrag an der HWS verschiedene Gruppen in der Institution, die ich in Einzel- und Gruppensettings fördere. Ich gestalte ihren Alltag mit, indem ich ihnen Turnunterricht gebe und sie in ihrem Alltag immer wieder auf spielerische Weise dazu bringe in Bewegung zu bleiben. Da es junge Menschen sind, die ich in ihrer individuellen Entwicklung begleite,  liegt der Schwerpunkt in der lebenspraktischen Förderung hin zu einer möglichst grossen Selbständigkeit. Beispielsweise individuelle Förderangebote in den Bereichen Kochen, Backen, Einkaufen, Lesen, Schreiben, Rechnen und im Anwenden vom PC. Ich habe freie Hand in der Alltagsgestaltung und daher viel Raum für die Förderung jedes Einzelnen. Dabei ist mir die Bewegungspädagogik eine wertvolle Inspirationsquelle wie auch ein Werkzeug um die Inhalte sinnvoll zu gestalten.»

Was würdest du den Lesern mitteilen wollen, die sich für die Ausbildung zum Berufspädagogen/ zur Berufspädagogin interessieren?

«Die Ausbildung bietet eine sehr gute und breite Basis im Bereich Bewegung und Gesundheit! Danach ist die Ausbildung aber nicht fertig, sondern es braucht viel Eigeninitiative, da der Beruf noch wenig bekannt ist. Man kann sich nicht auf seinen Lorbeeren ausruhen, dessen muss man sich bewusst sein. Man ist gefordert, sich nach der Ausbildung in dem Bereich, in dem man später arbeiten möchte, weiterzubilden und zu spezialisieren. Dabei sein Wissen unter Beweis stellen zu können und seine Arbeit verkaufen zu können, ist sehr wichtig und die Freiräume zu nutzen, welche sich einem anbieten, um so Pionierarbeit zu leisten. So ergeben sich immer wieder spannende neue Arbeitsfelder.»